Der Eisenerzer Schützenverein

Das offizielle Gründungsjahr 1585 wird mit einem "Ladschreiben" aus Aussee angenommen: "frey gesölln schießen mit der Zill und Pierscht Pixen".

In der Eisenerzer Chronik würde aber schon 1549 durch ein Schreiben auf ein Schießen in der Spitalwiese hingewiesen.

 

1783: Die Schießstätte wechselte ihren Standort auf die Kreuzwiese im Dorffeld (heutiges LKH)

1855 - 1857: Der Scheibenschützenverein Eisenerz wurde durch die Stadthalterei Graz bestätigt

1862: Durch die Jagdleidenschaft des Kaisers Franz Josef I. erlangte die Schützengesellschaft Eisenerz einen Aufschwung

Neben Grafen und hohen Herren fanden sich Bürger und Beamte der Eisengewerkschaft zu geselligen Schießübungen und Festschießen zusammen.

1881: Besitzwechsel des Innerberger Erzberges an österreichische Alpine Montangesellschaft, dadurch bildete sich eine neue Schützengesellschaft wobei die
         bürgerlichen Schützen überwogen

1891: Verlegung des Schießplatzes ins hintere Tulltal. Die Errichtung wurden von der Montangesellschaft übernommen, welche noch heute existiert

4.11.1891: Fertigstellung der neuen Anlage, auf 6 Schützenständen konnte auf Scheiben mit einer Entfernung von 100, 150, 200 und 400 Schritten
                geschossen werden

1913: anlässlich dem 1200jährigen Bestehen des Erzabbaues wurde die Schießstätte durch den Besuch des bayrischen Prinzen Heinrich mit
         neuzeitlichen Einrichtungen ausgestattet.
         Eine Laufscheibe mit Hirsch und Wildschwein wurde eingerichtet, um auch jagdliche Schießübungen durchführen zu können

1914: Ausbruch des 1. Weltkrieges und der Zusammenbruch der Monarchie brachte das Vereinsleben fast gänzlich zum Stillstand

1918: Der Verein baute sich durch neue Mitglieder wie Beamte des Werkes, des Forstamtes und Bürger des Ortes wieder auf.
         Schießbetrieb wurde wieder gestartet

1925: Anpassung der Vereinsstatuten. Schützenverein zählte 50 ausübende Mitglieder

1940: Durch geschicktes Verhandeln konnte die Allierte Kommission davon abgehalten werden, Schützenscheiben zu beschlagnahmen
         oder die Schießstätte abzutragen

1950: Stadtgemeinde Eisenerz übergab die Schießstätte an die Montangesellschaft

1951:  Sogenannte "Kapselschützenrunde" wurde gegründet, Kranzlschießen und sonstige Veranstaltungen wurden durchgeführt

1955: Anlässlich des Staatsvertrages wurde der Schützenverein Eisenerz wieder ins Leben gerufen

1957: Gründungsversammlung für den Eisenerzer Schützenverein

1958: Genehmigung durch Bezirkshauptmannschaft sowie dem Steirischen Landesschützenbundes

1959: Auf Ansuchen an die ÖAMG wurde die Grundparzelle im Tull "bittleihweise" zur Benützung zur Verfügung gestellt

In den Folgejahren wurde die im sehr desolaten Zustand befindliche Schießstätte von freiwilligen Schützen und Mitglieder in zahlreichen Arbeitsstunden in eine für den modernen Schießsport geeignete Anlage ausgebaut. Da die Schießstätte im Tull als reine Freiluftanlage nur für das Schießen im Sommer und für jagdliche Bewerbe geeignet war, wurde paralell dazu ein geeignetes Schießlokal für Luftgewehrschießen gesucht.

1964: Freigabe eines anspruchsgerechten Lokals (nähe Werksbad)
         Sanierung des Schussfeldes auf 50m im Tull und
         Installation der ersten automatischen Scheibenanlagen

1971: Errichtung & Einweihung einer selbstfahrenden, automatischen 25m Anlage für Sportpistolen, die noch heute ihresgleichen sucht
         Laufend wurden in beiden Schießstätten Verbesserungen und Erhaltungsarbeiten durchgeführt

1990: Das Schützenhaus Tull samt dem dazugehörigen Grundstück wurde angekauft

2000: Schützenlokal in der Hieflauerstraße wurde angekauft und ausgebaut um auch das Schießen mit Luftgewehr- und Pistole ausüben zu können
         Seit geraumer Zeit besteht auch für die Eisenerzer Jägerschaft die Möglichkeit, ihre Jagdgewehre auf dem 112m Stand einzuschießen. Im Weiteren ist
         es möglich, auf einer Tonscheiben-Wurfanlage das Schießen mit dem Schrotgewehr zu üben

Trotz dieser aufwendigen Arbeiten und Aktivitäten wurde auf den Schießsport nicht vergessen:

Es wurden zahlreiche steirische und österreichische Meistertitel gewonnen, sogar an Europameisterschaften und Juniorenweltmeisterschaften wurde teilgenommen.